Liebe Leserin, lieber Leser                  

Meine Zeit als Volunteer im Lionsrock bei Vier Pfoten ist vorbei.

Diese besonderen Erfahrungen bleiben mir sicher noch lange erhalten.

 

Gerne möchte ich Ihnen davon berichten.

Die Arbeit in einer Raubkatzen-Sanctuary

Das Wohl und die Würde der Tiere stehen hier im Lionsrock immer an oberster Stelle, das gilt sogar für die Hühner.

Dafür wird auch die Arbeit der Volontären hoch geschätzt.

Um ein Gross-Katzen-Refugium aufzubauen und mit rund 100 Tieren zu unterhalten, braucht man das richtige Grundstück und Gelände, sowie verlässliche Mitarbeiter und Freiwillige.
Jedes Raubtier hat ein natürliches Gehege von ca. 1 ha Land, weit ab von Städten, Verkehr und Resorts.
Die Arbeit erfordert viel Engagement und Aufwand. Rund 25 Mitarbeiter sind täglich im Einsatz.
Jede Woche werden bis zu 18 Kühe verfüttert. Die elektrischen Zäune müssen regelmäßig auf ihre Funktion hin überprüft werden. Es gibt ständig Sicherheitskontrollen und die Gehege müssen auch von Innen in Stand gehalten werden. Dazu kommen die Enrichments, das Monitoring und natürlich Tierarztbesuche und Eingliederungen neuer Tiere.

 

Doch bei den vielen Kontrollen, Sicherheitsvorkehrungen, vorrauschauender Planung und Koordination von Mensch und Raubkatzen, ist auch hier vor allem eines entscheidend: Gutes Management.

Egal ob gemeinnützige Organisation oder Großunternehmen, nur eine gute Führung sorgt für Sicherheit und Erfolg.
Tierpfleger, Mitarbeiter und Freiwillige müssen geschult und richtig eingesetzt werden. Gute Kommunikation und Einbindung aller Beteiligten ist wichtig, damit jeder den Sinn seiner Arbeit erkennt. Welche Tiere kommen neu? Wann kommt der Tierarzt? Warum gibt es an Fütterungstagen keine Enrichements? Und so weiter und so fort.

Schon der kleinste Fehler kann enormen Schaden anrichten, sowohl für die Menschen als auch für die Tiere. Zum Beispiel zu lange Sisalbänder bei den Enrichements oder zu frühes Öffnen der Schleusentore.

Meine Erfahrung als Volunteer

Als Volunteer sollte man sich also auf harte Arbeit, Genauigkeit und viel Ruhe einstellen können. Meine Tipps:

  • Viele Bücher, denn wir sind inmitten von Nichts.
  • Gutes Schuhwerk, denn man ist ca. 9 km pro Tag unterwegs.
  • Und, ja, warme Sachen einpacken! Hier in Südafrika und auf 1800 m Höhe wird es im Winter früh dunkel und kalt. In der Nacht kann die Temperatur sogar bis auf 0 Grad absinken.

Das heißt auch früh aufstehen und früh ins Bett gehen.

 

Eines sollte man allerdings nicht vergessen:

Gross-Katzen, egal ob Löwe, Tiger oder Leopard sind keine Kuscheltiere. Und auch wenn manche Tiere Menschen gewohnt sind und auch freundlich am Zaun grüssen: Würde es zu einem Ernstfall kommen hätte der Mensch keine Chance! Es sind und bleiben Raubtiere. Ich bin oft genug beim Vorbeilaufen am Zaun von Löwen „gejagt“ worden. Wirklich kein schönes Gefühl.

Mein Fazit

 

Nach einem längerem Aufenthalt in einer Sanctuary fällt auf, dass das Wohl der Tiere in unserer Gesellschaft nicht mehr an der obersten Stelle steht, so wie hier. Das ist eigentlich sehr schade.

Doch auch hier lässt sich die Verbindung legen: Ob ein Grosskatzen-Refugium oder ein Unternehmen, Ergebnisse brauchen gutes Management. Egal ob als Volontärin, Tierpfleger oder Teamleiter: wenn ich weiß, was ich zu tun habe und den Sinn meiner Arbeit erkenne, bin ich auch sehr motiviert mein Bestes zu geben!
Und vor allem: Gute Kommunikation ist immer der Schlüssel!

 

Annette Jordan

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